Dr. Sarah Albiez-Wieck
Department for Iberian and Latin American History
Philosophische Fakultät
Web: http://www.ihila.phil-fak.uni-koeln.de/index.php?id=975
Research focus
- Migration
- (Pre-)colonial Mexico/New Spain
- (Pre-)colonial Peru
- Ethnicity
- Social categorisations
- Imperial societies
- Tax systems and tax categories
Short CV
2021
Completion of the Habilitation (“Antrittsvorlesung” April 2021)
since 2020
Associated Researcher, Maria Sibylla Merian International Centre for Advanced Studies in the Humanities and Social Sciences Conviviality-Inequality in Latin America
since 2015
Principal Investigator at the Global South Studies Center
since 2014
Senior Researcher at the Department of Iberian and Latin American History, University of Cologne
2013 - 2015
Member of the University of Cologne Forum Ethnicity as a Political Resource – Perspectives from Africa, Latin America, Asia and Europe
2010 - 2013
Managing Director (Senior Researcher) of the BMBF-funded Research Network for Latin America - Ethnicity, Citizenship, Belonging - at the University of Cologne
2011
PhD in Anthropology of the Americas, University of Bonn. Thesis title: "Contactos exteriores del Estado tarasco: Influencias desde dentro y fuera de Mesoamérica"
2007 - 2010
PhD scholarship from the Gerda Henkel foundation
2001-2007
Latin American Studies at the Universities of Cologne, Bonn, Lisbon and Mexico-City.
Thesis title: "Die Breve Relación des Pedro Ponce de León. Ein unbekannter Autor und sein Bericht über religiöse Praktiken in Zentralmexiko"
Aktuelle Forschungsprojekte
Gregorio de Robles. A travel report from the late 17th century
Book Project together with Raquel Gil Montero:
In this book project, we analyse an unusual travel account from the seventeenth century. Besides the rarity of travel accounts from this period, its singularity resides primarily in the fact that the traveller, Gregorio de Robles, self-identified as a peasant. This exceptional Spaniard travelled dominions of the Spanish, Portuguese, British, French, and Dutch empires in America and Europe, and even briefly touched Southern Africa. The project is carried out with the support of the Merian Center Conviviality-Inequality in Latin America.
Vergangene Forschungsprojekte
Konstruktionsprozesse des "Ethnischen" in Michoacán, Mexiko und Cajamarca, Peru. Translokale Positionierungen indigener Migrant_innen unter der Kolonialherrschaft
Description:
Das Forschungsprojekt geht in vergleichender Perspektive den Fragen nach, ab wann die soziale Kategorisierung Ethnizität in den Vorläufern der heutigen Nationalstaaten Mexiko und Peru als analytische Kategorie sinnvoll anwendbar ist und welchen Stellenwert sie im Vergleich zu anderen sozialen Kategorisierungen hatte. Im Fokus stehen dabei individuelle Strategien indigener Migrant_innen bezüglich des Wechsels von (Tribut-)Kategorien in sogenannten peticiones de cambio de fuero. Diese Eingaben zum Wechsel der Gerichtsbarkeit spiegeln die Stellung der Migrant_innen im kolonialen Gesellschaftsgefüge wider, welche als translokale Positionierungen (Anthias) analysiert werden. Indigene Migrant_innen standen bislang nicht im Blickpunkt der Forschung und es steht zu erwarten, dass sie einen beachtlichen Spielraum bei der Aushandlung sozialer Kategorisierungen innehatten. Zudem weisen die bislang vorliegenden Quellen auf ein interessantes Beziehungsgeflecht mit indigenem Adel und Afrikastämmiger Bevölkerung hin, welche durch Genderrollen weiter differenziert wurden. Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob sich aus den verschiedenen rechtlichen Kategorisierungen der in Mexiko und Peru unterschiedlich bezeichneten Migrant_innen Gruppenzugehörigkeiten entwickelten, die als ethnisch bezeichnet werden können, oder ob diese vielmehr zu einer Auflösung umfassenderer ethnischer Kategorisierungen beitrugen. Die im Zentrum stehende Betrachtung der Entwicklungen in der Kolonialzeit wird dabei um einen kurzen Blick auf für die Fragestellung relevante (Dis-)kontinuitäten zur vorangehenden vorspanischen und sich anschließenden republikanischen Epoche vervollständigt. Die diachrone Perspektive wird dabei um einen synchronen Vergleich zwischen den regionalen kolonialen Zentren Cajamarca in Nordperu und Michoacán in Westmexiko ergänzt. Mexiko und Peru wurden trotz ihrer zentralen Bedeutung - nicht erst im spanischen Kolonialreich - bislang kaum verglichen, und gerade die Analyse sekundärer Zentren lässt neue Erkenntnisse erwarten. Hier wird insbesondere die Frage beantwortet, ob eventuelle Unterschiede in Stellenwert, Periodisierung und Ausformung von Migration und (ethnischer) Kategorisierung auf Kontinuitäten mit der vorspanischen Zeit zurückzuführen sind, oder ob sie in einer anders gearteten regionalen Ausformung der spanischen Kolonialpolitik zu suchen sind und ob die untersuchten gesellschaftlichen Verhältnisse die Kolonialzeit zeitweise überdauerten. Die Ergebnisse sind dabei auch für heutige Debatten rund um den Themenkomplex Indigenität bedeutsam. Methodisch steht die Analyse von peticiones de cambio de fuero und verwandter Dokumente im Zentrum. Da die Frage nach translokalen Positionierungen in historischer Perspektive bislang nicht gestellt wurde, ergibt sich als sekundäres Forschungsziel die (Weiter)entwicklung und Anpassung eines Methodeninstrumentariums, ausgehend von einer innovativen Verbindung von Elementen der Netzwerkanalyse und Begriffsgeschichte.
Support:
DFG
Duration:
2016 - 2019