Dr. Oliver Tappe
Kurzbiografie
2025 - present
Research Fellow and Lecturer at University of Cologne
2025
Substitute Professor at University of Konstanz
2021-2024
Research Fellow at University of Heidelberg
2020
Visiting Fellow at ISEAS – Yusof Ishak Institute, Singapore
2014 - 2018
Research Fellow at the Global South Studies Center, University of Cologne
2009 - 2014
Research Fellow at the Max Planck Institute for Social Anthropology (Halle/Germany)
2008 - 2009
Lecturer at Goethe-Universität Frankfurt and WWU Münster
2002 - 2007
PhD in Social Anthropology and Modern History at the Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Interessengebiete
- Historical Anthropology of upland Southeast Asia
- Economic Anthropology
- Ethnicity and Nationalism
- Memory Studies
- Southeast Asian History
- Lao Language and Culture
Aktuelles Forschungsprojekt
Oliver Tappe ist Principal Investigator der Forschungsgruppe EE-LaoViet (Encounters and Entanglements: Localizing Global China in Laos and Vietnam) am Institut für Sozialanthropologie der Universität zu Köln. Er ist verantwortlich für die Projektkoordination und die Publikationsstrategie der Gruppe in Zusammenarbeit mit Vanina Bouté (EHESS Paris), die als PI die französische Seite des Projekts vertritt. Olivers eigenes Forschungsprojekt im Rahmen von EE-LaoViet untersucht langjährige chinesische Gemeinschaften im Nordosten von Laos, ihre lokalen Netzwerke in dieser ethnisch vielfältigen Region sowie ihre Beziehungen zu neueren Migrant:innen aus China. Sein Forschungsfeld befindet sich in der Provinz Houaphan, wo historische Fernhandelsnetzwerke mit Yunnan, lao-chinesische soziokulturelle Interaktionen und heutige wirtschaftliche Verflechtungen eine genauere Untersuchung erfordern. Oliver verbindet anthropologische und historische wissenschaftliche Methoden zu einem originellen Forschungsansatz, um vergangene und gegenwärtige Lebenswelten in Laos zu erforschen.
In einem früheren Forschungsprojekt im Zinnabbaugebiet von Khammouane (Zentrallaos) untersuchte Oliver laoische Bergbau-Gemeinschaften, die seit der Kolonialzeit in einem prekären Nebeneinander mit industriellen Bergbauoperationen leben. Er erforschte die Geschichte lokaler Bergbaupraktiken, deren sozio-technische Transformationen vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart sowie die kulturspezifischen sozio-kosmologischen Aspekte des Bergbaus. Eine zentrale Erkenntnis war das fortbestehende Nebeneinander und teilweise die Überlagerung zweier unterschiedlicher Arbeitsregime, die den Zinnsektor prägen: informelle Arbeitsverhältnisse im lokalen handwerklichen und kleingewerblichen Bergbau versus Lohnarbeit in industriellen Minen, die in der Kolonialzeit von den Franzosen (die hauptsächlich vietnamesische Arbeitsmigrant:innen beschäftigten) betrieben wurden und heute von chinesischen Unternehmen geführt werden (mit überwiegend chinesischer Belegschaft).