Dr. Katrin Sowa
Technische Hochschule Köln
Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften
Email: ksowa1(at)uni-koeln(dot)de
Kurzbiographie
Seit Mai 2026
Forschungsstelle für das Modellprojekt "Weiter.les.bar: Ein Modellprojekt für inklusive Bibliotheksarbeit" an der TH Köln
Seit 2025
Koordinatorin DAAD Projekt „Dialogue on Migration Governance in the Euro-Mediterranean Region“ (DiaMiGo) zwischen der Uni Köln und der American University of Cairo
2020 – 2025
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethnologie, Uni Köln: Lehre und Studiengangskoordination M.A. Culture and Environment in Africa (CEA)
2017 – 2022
PhD Projekt, Affiliation: Uni Köln und Kenyatta University, Nairobi (Kenia)
2017 – 2020
Research Fellow im Projekt „EUmanities“, a.r.t.e.s. graduate school
2009 – 2016
Studium an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz; Hochschule Niederrhein; Universität zu Köln; Gulu University (Uganda)
Forschungsinteressen
- Grenzregime, Migration und Mobilitätsmanagement
- Bürokratie und staatliche Behörden
- Sicherheit und Policing
- (Neo)kolonialismus und Rassismus
- Gender Studies und Empowerment
- Regionaler Fokus: Ostafrika, Horn von Afrika, Deutschland
- Disability Studies
Abgeschlossene Forschungsprojekte
„b/or/der st/or/ies“: Ausstellungsprojekt
Obwohl die Welt heute zunehmend vernetzt erscheint, werden Grenzen weltweit nach wie vor genutzt, um Bewegungsfreiheiten einzuschränken und soziale Ungleichheiten zu verfestigen. Wie das “or“ (engl. „oder“) im Titel schon andeutet, setzt sich das Projekt mit der Frage nach dem „oder“ auseinander: denn Menschen sind sehr unterschiedlich von Grenzen betroffen. Das Projekt informiert über Grenzentwicklungen und rückt dabei Geschichten, Stimmen und Regionen in den Vordergrund, welche es selten in den Fokus westlicher Medien schaffen.
B/OR/DER ST/OR/IES ist eine Ausstellungsintervention, welche vom 25.05. bis zum 25.08.2023 in der Dauerausstellung des Rautenstrauch-Joest-Museums in Köln stattfand. Fünf Stationen informierten dort über verschiedene Aspekte wie Kolonialismus, die Abschottung Europas, Diskriminierung – aber auch über Grenzkritik und widerständige Praxis. Das Projekt wurde entwickelt von zwei Doktorandinnen der Uni Köln in Kooperation mit dem Verein Pamoja Afrika e.V. Köln, Bündnis14 Afrika, und dem Rautenstrauch-Joest-Museum. Zudem waren Studierende der Köln International School of Design (KISD) an der Gestaltung beteiligt, und Studierende der Uni Köln entwickelten einen dazugehörigen Instagram Kanal. B/OR/DER ST/OR/IES wurde gefördert vom Global South Studies Center und der Stadt Köln.
Mehr Informationen: https://borderstories.de/
"Enforcing the Line": Dissertationsprojekt
Das Projekt „Enforcing the Line: An Ethnography of the Kenyan Border Regime“ analysiert historische und aktuelle Entwicklungen des Grenzregimes in Ostafrika. Basierend auf einer 18-monatigen ethnografischen Forschung zwischen 2017 und 2019 beschreibt es den Alltag kenianischer Grenzbeamter im Umgang mit dem Erbe kolonialer Grenzen vor Ort, und analysiert tatsächliche Enforcement Praktiken in komplexen Settings lokaler Grenzregionen. Neben einem breiten Netzwerk an staatlichen Institutionen wird gezeigt, dass vielfach auch Community Policing Initiativen und zivile Akteure aus den Grenzregionen aktiv in Grenzschutzpraktiken einbezogen werden.
Darüber hinaus untersucht das Projekt den Implementierungsprozess von One Stop Border Posts (OSBPs), der derzeit auf dem gesamten afrikanischen Kontinent stattfindet. OSBPs liegen entlang zentraler Handelskorridore und stehen im Spannungsfeld regionaler, panafrikanischer sowie neokolonialer, kapitalistischer Interessen. Diese neuen, digitalisierten Grenzinfrastrukturen werden künftig grenzüberschreitenden Handel, Migration, Sicherheit und transnationale Beziehungen prägen. Auf Basis von Multisited Ethnography bietet das Projekt eine kritische und vergleichende Analyse dieses Implementierungsprozesses anhand lokaler Stimmen. Fallstudien aus den Grenzgebieten Kenias zu Äthiopien, Tansania, Südsudan und Uganda veranschaulichen dabei die ambivalente Realität von Grenzen weltweit, die sich gleichzeitig öffnen und schließen und dabei Ungleichheiten reproduzieren.
Mehr Informationen: https://artes.phil-fak.uni-koeln.de/forschung/dissertationsprojekte-im-integrated-track/profilseiten-it/1504