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Workshop

Marxismus in der wissenschaftlichen Lehre - Zwischen Marginalisierung und der Frage des Globalen

15. und 16. Januar 2026

Im Unterschied zu angelsächsischen Ländern sind in Deutschland marxistische Theorien und Methoden in der wissenschaftlichen Lehre relativ marginal. Vielen Studierenden sind die Begriffe fremd. Aber es gibt wachsendes Interesse, das sich z.B. aus der Klimabewegung speist und aus der Tatsache, dass wir die sich rasant verändernde Weltordnung verstehen wollen. In der Forschungsförderung und bei Stellenbesetzungen gibt es gegenüber marxistischen Ansätzen weiterhin Vorbehalte, die angesichts unserer Vielfachkrise höchst fraglich geworden sind. Denn zum Verständnis des globalen Kapitalismus, der Dominanz des Nordens, aber auch für die vielfältigen Versuche, diese Dominanz zu brechen, sind marxistische Theorien besonders hilfreich. In vielen Ländern des Globalen Südens, die dabei sind, die Jahrhunderte der westlichen Hegemonie zu überwinden, gibt es wichtige marxistische Forschung, die helfen kann, kritisch über unsere eigene Rolle und Ansätze zu reflektieren. Mit unserem Workshop stellen wir in dieser globalen und universitären Konstellation die Frage nach der Relevanz marxistischer Forschung und Lehre im deutschen Universitätsbetrieb neu.

Der Workshop richtet sich vor allem an Lehrende und Studierende an Universitäten und Fachhochschulen, um über folgende Fragen kritisch zu reflektieren: 

  • Wie können wir nach drei Jahrzehnten der Marginalisierung des Marxismus an deutschsprachigen Universitäten wieder Theorien und Methoden in der Lehre einsetzen? Was bedeutet es in unterschiedlichen Disziplinen wie Ethnologie, Geschichte, Sinologie, Philosophie, Literaturwissenschaft, Volkswirtschaft und Politikwissenschaft? Welche persönlichen Erfahrungen gibt es dabei?

  • Welche Lehrbücher, Methoden und Originaltexte sind sinnvoll zu vermitteln und wie?

  • Welche Herausforderungen gibt es bei der Anwendung der Theorien und Methoden bezüglich Gesellschaften des Globalen Südens? Wie können wir marxistische Theoretiker*innen aus diesen Ländern in unsere Lehre einbeziehen? Was ist an dem Vorwurf des Eurozentrismus dran? Kann es einen sinnvollen Dialog mit den Postcolonial Studies geben? Wie können Texte von Autor*innen eingesetzt werden, die nicht auf Englisch oder Deutsch schreiben?

Programm

Veranstaltungsort: Seminarraum ZMMK, Robert-Kochstr. 21, 50931 Köln

Anmeldung: 

  • felix.wemheuer@uni-koeln.de
  • kai.koddenbrock@uni-bielefeld.de