New Orleans and the Global South. Carribbean, Creolization, Carnival

Date: 
Friday, February 6, 2015 to Saturday, February 7, 2015

Viel wurde über New Orleans geschrieben. Aus Sicht der USA gilt sie als die „unamerikanischste“ Stadt, als „sozio-geographischer Unfall“. Sie wird als karibisch, afro-amerikanisch, französisch oder kreolisch, jedenfalls als exotisch dargestellt. Aus Sicht der traditionellen Frankophonie birgt La Nouvelle-Orléans als ehemalige französische Kolonie ein Stück kulturelles Erbe der Grande Nation, das es zu bewahren gilt. Weitet man den Blick indes über die engen Bahnen einer an nationalen, sprachlichen oder disziplinären Grenzen orientierten Betrachtungsweise und nähert sich der Stadt aus der Perspektive einer Verflechtungs- und Transfergeschichte, die nicht mehr in erster Linie der Zentrums-Peripherie-Logik gehorcht, erscheint sie als Knotenpunkt vielfältiger transarealer Zirkulationsprozesse. Hier überkreuzen sich etwa die Routen des atlantischen Sklavenhandels und der asiatischen Arbeitsmigration, die multiplen Exilerfahrungen der farbigen Kreolen zwischen Haiti, Kuba, New Orleans, Paris und Mexiko oder auch die ideellen wie materiellen Bewegungsströme zwischen den beiden Amerikas.
Dieses Potential New Orleansʼ zur paradigmatischen Metropole des Globalen Südens möchte die Tagung ausloten. Im Fokus stehen verschiedene Formen der kulturellen Kreolisierung, wie sie sich in der Sprache, der Literatur, der Musik, aber auch in Alltagsphänomen wie dem Karneval oder Computerspielen manifestieren. Nicht von ungefähr widmet die Tagung in der Hochburg des deutschen Karneval dessen New Orleanser Pendant, dem Mardi Gras, ein eigenes Panel. Ein weiteres Panel in Kooperation mit der Kölner Musikhochschule beschäftigt sich mit New Orleans als der Wiege des Jazz und wird von einem Konzert der Mambo Bigband abgerundet.
Neben vielen anderen internationalen New Orleans-Experten sprechen William Boelhower (Baton Rouge, Louisiana), Wolfram Knauer (Jazz Institute Darmstadt), Bill Marshall (Stirling, Scotland), Eugenio Matibag (Iowa State University), Rosary O’Neill (New York), Berndt Ostendorf (Munich). Die Veranstaltung ist öffentlich und findet auf Französisch und Englisch statt.

Organized by:

Prof. Dr. Gesine Müller (Köln)
Prof. Dr. Ottmar Ette (Potsdam)

Venues:

February 6 and 7, 2015

Universität zu Köln
Seminargebäude (004) & Hauptgebäude (Senatssaal)
Hochschule für Musik und Tanz Köln (Kammermusiksaal)

For schedule and venues please note attached programme.