Hoffnung am Kap der Guten Hoffnung? Ein Vortrag von Denis Goldberg, Aktivist und Zeitzeuge des Anti-Apartheid-Kampfs in Südafrika

Date: 
Thursday, June 9, 2016

Hoffnung am Kap der Guten Hoffnung?

Ein Vortrag von DENIS GOLDBERG, Aktivist und Zeitzeuge des Anti-Apartheid-Kampfs in Südafrika

Organisiert von: Christiane Bongartz, GSSC

Ort: Universität zu Köln, Hauptgebäude, Hörsaal VIII, Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln

Eine Veranstaltung im Rahmen der Diversity Week, siehe auch: http://dumachstdenunterschied.uni-koeln.de

Seit dem Ende der Apartheid in Südafrika sind über 20 Jahre vergangen, doch auch heute zählt Südafrika zu den Gesellschaften mit dem größten Wohlstandsgefälle der Welt. Insbesondere junge Menschen protestieren seit Monaten massiv gegen die ungleiche Verteilung von Einkommen, Bildungschancen und Privilegien, denn gerade die schwarze Bevölkerung ist nach wie vor extrem benachteiligt. Auch die Korruptionsvorwürfe gegen die Regierung unter Jacob Zuma, die schlechte Wirtschaftslage und die Polizeigewalt verschärfen die gesellschaftlichen Spannungen.

Denis Goldberg war Aktivist und Zeitzeuge des Anti-Apartheid-Kampfes und engagiert sich noch heute dafür, die Lebenssituationen und Zukunftschancen benachteiligter Menschen in Südafrika zu verbessern. Er gibt interessante Einblicke in die Entwicklung der seit nunmehr zwei Jahrzehnten demokratischen Republik Südafrika und zeigt auf, welche Ungleichheiten das Ende der Apartheid überdauert haben und sich in der aktuellen Krise ausdrücken. Mit seinen Einschätzungen über die aktuelle Situation stellt er zugleich mögliche Optionen und Perspektiven für die Zukunft des Landes und des Kontinents zur Diskussion.

Denis Goldberg, geboren 1933, wuchs als Sohn jüdischer Einwanderer im südafrikanischen Kapstadt auf. Geprägt durch seine kommunistische Erziehung schloss er sich in den 1960er Jahren dem militanten Zweig der Befreiungsbewegung des African National Congress (ANC) an. So wurde er zum Freiheitskämpfer im Widerstand gegen die Apartheid an der Seite Nelson Mandelas. 1963 wurde er im Rivonia-Prozess zusammen mit Mandela und anderen Genossen aufgrund seines Widerstands gegen das Regime zu lebenslanger Haft verurteilt. 22 Jahre lang saß er bis zu seiner Freilassung im Jahr 1985 als einziger verurteilter Weißer des Prozesses im Zentralgefängnis Pretorias. Nach seiner Freilassung ging er ins englische Exil, arbeitete in der dortigen ANC-Zentrale und gründete 1994 die bis heute in England und Deutschland aktive NGO Community H.E.A.R.T. (Health Education and Reconstruction Training), welche sich für Gesundheitsvorsorge, Wohnraumprojekte, Bildung und Gewaltfreiheit im südlichen Afrika einsetzt. Seit 2004 lebt er wieder in Südafrika und hat unter anderem als Berater für verschiedene Ministerien gearbeitet. 

Ein kleiner Rückblick auf die Veranstaltung: 

Neben Studierenden und anderen Interessierten haben wir für diesen Vortrag Schülerinnen und Schüler des Hildegard von Bingen-Gymnasiums eingeladen, die sich zuvor intensiv mit der Zeit der Apartheid und der Befreiungskämpfe in Südafrika auseinandergesetzt hatten. 
Hier einige Kommentare der Schüler*innen und Lehrerinnen: 

Ich fand es interessant eine persönliche Geschichte einer Person zu hören, dessen Leben sich zu der Zeit abspielte, von der man sonst nur etwas aus Erzählungen oder Büchern in Erfahrung bringen kann. D.h. die Geschichte von jemandem zu hören, der zu der Zeit wirklich lebte.

Mir hat es sehr gut gefallen! Seine Geschichte war natürlich sehr interessant. Am Besten hat mir die chronologische Nacherzählung seiner Erlebnisse gefallen, besonders weil man die Geschichte zwar zumindest im groben kennt, aber es einem trotzdem so fern scheint und dann die Realität so gut erzählt bekommt. Die Fragen und Antworten waren auch gut. Auf jeden Fall in der Zukunft wiederholen.

Die Rede war sehr interessant und informativ. Es hat Spaß gemacht über das Leben von Goldberg zu hören. Auch dass er alles genau wie er es erlebt hat erzählt hat hat für ein besseres Verständnis gesorgt.

Meine Kollegin und ich waren übrigens auch beeindruckt. Als wir gehört haben, dass Herr Goldberg Nelson Mandela persönlich kannte, gingen wir nicht davon aus, dass er so eng mit ihm gemeinam in der Freiheitsbewegung gekämpft und gemeinsam mit ihm verurteilt und inhaftiert worden ist. Außerdem habe ich mich besonders gefreut, dass Herr Goldberg die Anekdote der Statue von Cecil Rhodes erwähnt hat, weil wir genau darüber im Unterricht gesprochen haben...