Kulturrelativismus und Aufklärung

Eine Debatte über den Umgang mit Fremdem

Unter dem Titel Dschungelmärchen erschien am 15./16.10.2016 eine Polemik gegen die Ethnologie in der Süddeutschen Zeitung (online unter dem Titel Die Mär vom edlen Wilden am 17.10.2016).  Der Autor Christian Weber zeichnet darin ein Bild des Faches, das die Ethnologie als unheilbringende und gefährliche Verklärerin barbarischer Verhaltensweisen erscheinen lässt, gehe doch der in die Gründung der Ethnologie eingeschriebene...
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2017-01-17

„Okay, okay - an einigen unwirtlichen Orten dieses Planeten mag es immer noch angebracht sein, fremde Menschen, die einem unangemeldet über den Weg laufen, vorsichtshalber zu erschlagen ...“ Mit diesen Worten leitet Christian Weber seinen Artikel über die „edlen Wilden“ ein, an dessen Ende eine generalisierende Diskreditierung der Ethnologie steht, mit herausgepickten angeblichen Argumenten verschiedener Forscherinnen und Forscher vergangener Zeiten als Belege für die Antiquiertheit einer Wissenschaft. Sich tarnend mit dem kumpelhaften, pseudocoolen und fast spießig gewordenen „okay, okay...

2017-01-10

Anmerkung der Redaktion: Die Stellungnahme von Christian Weber findet sich auf der Facebook-Seite der DGV: https://www.facebook.com/DGV.GermanAnthropologicalAssociation/posts/1876...

Erstaunt habe ich die Stellungnahme zu meinem Artikel 'Dschungelmärchen' in der Süddeutschen Zeitung vom 15. Oktober 2016 gelesen. Ihr zugrunde liegt ein Missverständnis. In dem kritisierten Beitrag geht es gar nicht um die Ethnologie als Wissenschaft, deren...

2017-01-03

Anmerkung der Redaktion: Bei folgendem Text handelt es sich um einen offenen Brief des aktuellen Vorstands und Beirats der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde (DGV), der am 26. Oktober 2016 auf der DGV-Webseite veröffentlicht wurde. Autoren des Textes sind Hansjörg Dilger, Kristina Dohrn, Dominik Mattes, Anita von Poser, Birgitt Röttger-Rössler und Olaf Zenker. Vgl. http://www.dgv-net.de/offener-brief-an-die-sueddeutsche-zeitung/

Mit großem Befremden haben wir den...

2016-12-27

Christian Weber gehört zu denjenigen Wissenschaftsjournalisten, die Wissenschaft kritisch hinterfragen und sich auch nicht scheuen, wie ihre Kollegen aus der Politik ihre Meinung kundzutun. In seinem Artikel Die Mär vom Edlen Wilden dient ihm ein Fotoband von Nelson, aus dem farbige Abbildungen den Artikel illustrieren, zum Anlass, über uns und die Anderen nachzudenken. Das Thema ist im Jahr 2016 mehr als aktuell. Der Andere steht plötzlich als Migrant und...

2016-12-20

Anmerkung der Redaktion: Thomas Reinhardt veröffentlichte diesen Text zuerst Anfang November 2016 auf der Homepage des ethnologischen Instituts der Ludwig-Maximilians-Universität München als offenen Brief an die Süddeutsche Zeitung - Betr.: SZ vom 17.10.2016, Christian Weber: Die Mär vom edlen Wilden

Der Mensch ist nicht immer gut. Was er sich an kulturellen Praktiken einfallen lässt, ist nicht immer schön. Und wo viele Menschen dauerhaft...

2016-12-13

Cora Bender kritisiert einen Artikel von Christian Weber in der Süddeutschen Zeitung, in dem er den Kulturrelativismus angreift und damit einen Kern der Ethnologie. Ich finde den Ärger, den ihre prompte Reaktion zeigt, berechtigt. Obwohl Benders Gegenrede deutlich länger als Webers Aufsatz ist, rekurriert sie fast nur auf seine Polemik gegen die Ethnologie. Auf die Kernaussagen des Artikels dagegen wird kaum eingegangen. Deshalb würde eine solche...

2016-12-06

Anmerkung der Redaktion: Wir beginnen diesen Blog mit einem Beitrag von Cora Bender, die am 16.10.2016 als eine der ersten Ethnologinnen auf Facebook mit einer Gegenpolemik auf Christian Webers Artikel reagierte.

Die Ethnologie hat irgendwas richtig gemacht, wenn sie in der Süddeutschen Zeitung zusammen mit den indigenen Völkern attackiert wird.

Eine Gegenrede von Cora Bender

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des...

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