Kulturrelativismus und Aufklärung

Eine Debatte über den Umgang mit Fremdem

Unter dem Titel Dschungelmärchen erschien am 15./16.10.2016 eine Polemik gegen die Ethnologie in der Süddeutschen Zeitung (online unter dem Titel Die Mär vom edlen Wilden am 17.10.2016).  Der Autor Christian Weber zeichnet darin ein Bild des Faches, das die Ethnologie als unheilbringende und gefährliche Verklärerin barbarischer Verhaltensweisen erscheinen lässt, gehe doch der in die Gründung der Ethnologie eingeschriebene...
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2017-05-23

Anmerkung der Redaktion: Beitrag folgt in Kürze

2017-05-16

Anmerkung der Redaktion: Der Beitrag wurde von Stéphane Voell gemeinsam mit Elke Kamm verfasst. Leider lassen sich zurzeit nicht mehrere Autorennamen anführen. Wir werden versuchen, dies noch zu ändern.
 
Okay, okay – an diesem unwirtlichen Ort ist Vorsicht geboten. Wir sind auf dem Martinshof und es sind Sommerferien. Hufe klappern und Pferde traben. Sie springen über den Wassergraben und über Stock und Stein. Wer wird das wohl sein? Es sind Bibi und Tina auf Amadeus und Sabrina. Wie in jedem Jahr besucht Bibi Blocksberg ihre Freundin Tina Martin auf dem Reiterhof. „...

2017-05-09

So ist es eben, wenn jemand die Welt erklären möchte, ohne sie selbst erfahren zu haben. Dann sammelt man die eignen Selbstverständlichkeiten aus dem Oberstübchen zusammen und erklärt diese gerade mal als Richtschnur für gutes Verhalten: denn darum geht es dem Autoren Christian Weber in seinem Artikel in der SZ. Man muss sich nur die Begrifflichkeiten auf der Zunge zergehen lassen, die hier bemüht werden, um jeglichen Zweifel an der eigenen Art zu Leben und zu Denken...

2017-04-25

I thank the organizers of this blog for soliciting a foreign contribution. Unlike all previous contributors (as far as I can tell), I am based outside the country and the academic tradition in which I received my training. In 2017 it would be strange to exaggerate the significance of these differences within the broad field of socio-cultural anthropology. But sometimes they still strike me as significant. Reading Christian Weber’s article and the commentaries it has attracted was one of these occasions. 
 
Other anthropologies (bin kein Nestbeschmutzer, ist ja nicht mein...

2017-04-18

Christian Weber’s specific claims in the Süddeutsche Zeitung about the relationship of ethnology to native peoples hardly deserves our attention, so unreservedly arrogant and mean-spirited, as it is, filled with willful ignorance and misrepresentation. I am most puzzled why the editors of the SZ, which I highly respect and regularly read, would suspend their consistently high standards for truthful information and print such a piece for today’s readers. In...

2017-04-11

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Der Artikel von Christian Weber ist ausführlich besprochen und seine Einwände gegen das Fach sind von ihm selbst relativiert, von anderen widerlegt worden. Das “Gespenst des Indigenen” ist einmal als europäischer Eskapismus (von BoBos, Lebensreformern etc.), ein anderes Mal als letzte Gefährdung (innere und äußere: der Pegida-Sachse, der Detonations-Syrer) enttarnt worden, aber kaum mehr als Phantasma der akademischen Ethnologie. Webers Beitrag legt trotzdem...

2017-04-04

Das Problem der öffentlichen Wahrnehmung

Die Ethnologie hat ein Problem mit ihrer öffentlichen Wahrnehmung. Es ist offenbar schlecht bestellt um die Allgemeinverständlichkeit des Faches. Sollen sich die Presse, die selten genug über unsere Arbeit berichtet, und die interessierte Öffentlichkeit soweit in unsere Disziplin einarbeiten, dass die ethnologische „Krise der Repräsentation", der „ontologische turn“ und die „Anthropos-Debatte“ keine Fremdworte mehr für sie sind? So funktioniert die Welt leider nicht. Wir müssen uns also erstmal  den schwarzen Peter selbst...

2017-03-28

Es scheint, als ob SZ-Journalist Christian Weber, als er beschloss, das rostige Perpetuum Mobile der Kritik an der 'Mär vom edlen Wilden' erneut anzuwerfen, nichts besseres zu tun hatte. Okay, okay – in der unwirtlichen Welt des Berufsjournalismus mag es weiterhin angebracht sein, über Themen, denen die heimische Nestwärme fehlt, vorsichtshalber so massiv drüber zu bügeln, dass am Ende nichts als eine Mär übrig bleibt. Und vielleicht kann man sogar ein bisschen...

2017-03-21

In der Debatte in diesem Blog ist im Prinzip das Wichtigste schon gesagt. Es geht der Ethnologie nicht darum, Praktiken zu legitimieren, die aus einem modernen menschenrechtlichen Perspektive als unmenschlich und gewaltsam abzulehnen sind, wie z.B. brachiale körperliche Eingriffe. Vielmehr geht es darum, solche Praktiken aus dem Sinnzusammenhang heraus zu verstehen, in dem sie als notwendig erscheinen. Das braucht nicht wiederholt zu werden. 
 
Wichtig ist aber noch etwas anderes. Wir Nachbardisziplinen, wie etwa die Soziologie, können von der Ethnologie lernen – die Distanz...

2017-03-14

“Civilized men are more discourteous than savages 
because they know they can be impolite 
without having their skulls split, 
as a general thing.”
― Robert E. Howard, The Tower of the Elephant
 
"It is always useful—even necessary—to understand non-A in order to understand A."
― Alain Testart, What is a Gift (2013: 256)
 
Herr Weber hat nicht erwarten können, dass sein Beitrag in der ...

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