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GSSC ist an neuem Sonderforschungsbereich beteiligt

Vor dem Hintergrund rasch voranschreitender Globalisierung untersucht der SFB/Transregio 228 „Zukunft im ländlichen Afrika: Zukunft-Machen und sozial-ökologische Transformation“, wie sich Prozesse der Agrarintensivierung und die Ausdehnung von Naturschutz im ländlichen Raum Afrikas verankern lassen. Wie wirken sich beim sozial-ökologischen Wandel im ländlichen Afrika die scheinbar gegenläufigen, vielfach jedoch verwobenen Prozesse von verstärkter Landnutzung durch den Menschen und die Ausweitung von Naturschutzgebieten aus?

An dem SFB/Transregio 228 zwischen der Universität zu Köln und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, den die DFG in den nächsten vier Jahren mit insgesamt etwa 10 Millionen Euro fördern wird, sind 8 WissenschaftlerInnen des GSSC beteiligt.

Beteiligt an diesem Verbundprojekt sind außerdem das Bonn International Center for Conversion (BICC), die Universität Münster, die Charité an der Humboldt-Universität in Berlin, sowie verschiedene afrikanische Kooperationspartner wie etwa University of Namibia, Kenyatta University, University of Nairobi, ICIPE (International Centre of Insect Physiology and Ecology), Nairobi University of Dar es Salaam, British Institute in Eastern Africa und University of Cape Town.

Der SFB/TR 228 besteht aus 14 wissenschaftlichen Teilprojekten, die sich jeweils mit spezifischen Aspekten der sozial-ökologischen Transformation befassen. Gemeinsam untersuchen sie den Zusammenhang von Landnutzungswandel und Zukunftsgestaltung im ländlichen Afrika. Mit dem Fokus auf „Future-making“ nehmen die Beteiligten dieses Großprojektes eine Perspektive ein, die sich von älteren Ansätzen der sozial-ökologischen Forschung unterscheidet. Im Mittelpunkt stehen hier nämlich die afrikanischen Akteure und deren Vorstellungen, Wünsche und Erwartungen in Hinsicht auf die Gestaltung zukunftsorientierter Entwicklungen. Das Rahmenkonzept des SFBs orientiert sich dabei an neueren Debatten der Zukunftsforschung. Es unterscheidet zwischen Zukunftskonzepten, die Wahrscheinlichkeiten, Prognosen und Modelle in den Mittelpunkt stellen, und Konzepten, die Zukunft in Form von Visionen, Wünschen und Hoffnungen begreifen. Während erstere hauptsächlich in naturwissenschaftlichen Forschungen verwendet werden, bevorzugen sozialwissenschaftliche Zugänge die letztgenannten Konzeptualisierungen von Zukunft. Letztlich sind beide Varianten wichtig, um die Gestaltung von Zukunft bzw. „Zukunft-Machen“ im Spannungsfeld zwischen Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten zu verstehen. Darum wird es gehen, wenn sich die verschiedenen Teilprojekte ab Januar 2018 mit Zukunft im ländlichen Afrika beschäftigen.

Der regionale Forschungsfokus des neuen Sonderforschungsbereichs richtet sich auf das Kenianische Rift Valley, den landwirtschaftlichen Wachstumskorridor in Süd-Tansania und den grenzüberschreitenden Kavango-Zambezi-Park im südlichen Afrika. Die WissenschaftlerInnen untersuchen, wie sich die scheinbar gegenläufigen Prozesse der landwirtschaftlichen Intensivierung einerseits und der Ausweitung von Naturschutzgebieten andererseits auf den künftigen Wandel der Landnutzung auswirken. Es geht dabei um so unterschiedliche Phänomene wie zum Beispiel den Einsatz von Mobiltelefonen in der Agrarberatung, die Nutzung alternativer Energien, landwirtschaftliche Ertragssteigerungen und „Grünes Wachstum“, aber auch um Landkonflikte, neue Krankheiten und Armut.

Sprecher ist Professor Dr. Detlef Müller-Mahn, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Sprecherhochschule), Stellvertretender Sprecher ist Professor Dr. Michael Bollig, Universität zu Köln.

Sonderforschungsbereiche gehören zu den größten Drittmitteleinrichtungen in der deutschen Forschungslandschaft. Sie sind langfristig angelegte Verbundprojekte, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fächerübergreifend zusammenarbeiten, um besonders anspruchsvolle und komplexe Problemstellungen in den Blick zu nehmen. Sie sollen Innovationen anschieben, wissenschaftliche Debatten maßgeblich befruchten, und an den sie tragenden Universitäten strukturbildend wirken.

Inhaltlicher Kontakt SFB/Transregio 228:

Professor Dr. Michael Bollig

Michael.bollig(at)uni-koeln.de

+49 221 470-3501